Während andernorts darüber nachgedacht wird, Gotteshäuser zu schließen, waren sich die Verantwortlichen im Dekanat Acher-Renchtal einig, dass die Kapelle in Allerheiligen erhalten werden sollte. Denn für alle Gemeinden von Bad Peterstal-Griesbach über Oberkirch bis zu Achern und Ottenhöfen gilt Allerheiligen als historischer, identitätsstiftender Ort: Die Mönche nahmen über Jahrhunderte hinweg durch ihre Seelsorge und ihre Klosterschule religiösen und kulturellen Einfluss auf das Rench- und Achertal.
Projekt der Regionen und der Konfessionen
So übernahm die Kirchengemeinde Oberes Renchtal, auf deren Gebiet Klosterruine und Kapelle stehen, das Gebäude im Juli 2018 durch eine Schenkung vom Ehepaar Gisela und Erich Schweiger. Zeitgleich begannen die Planungen zur Sanierung des 1960 erbauten Gotteshauses, in die von Anfang an Vertreter der Kirchengemeinden Oberes Renchtal und Achertal, des Dekanats, der Evangelischen Kirche sowie des Ökumenischen Freundeskreises Allerheiligen eingebunden waren. Abgestimmt auf die dort vorgesehenen pastoralen Angebote wurden die Baumaßnahmen geplant. Das gesamte Areal soll zu einem signifikanten Ort von „Kirche im Nationalpark“ weiterentwickelt werden, worin sich die einfache, auf das Wesentliche reduzierte Lebensweise der Prämonstratensermönche sowie der Nationalpark wiederspiegeln sollen.
Viele Kostenträger
Mit Gesamtkosten von 679.000 Euro ist dies ein großes Projekt für die Kirchengemeinde Oberes Renchtal als Bauträger. Denn obwohl das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg mit 334.000 Euro gut die Hälfte der Kosten trägt und die Umgestaltung des Innenraums und der Außenanlage durch Leader-Fördermittel zu 60 Prozent der Nettokosten mitfinanziert wird, klafft noch eine Finanzierungslücke von rd. 57.500 Euro. „Uns ist bewusst, dass sich die Menschen bereits bei vielen kirchlichen Bauprojekten im eigenen Ort engagiert haben“ weiß Pfarrer Klaus Kimmig, dass er die Spendenbereitschaft nicht überstrapazieren darf. Doch er verweist auf den aktuell schlechten Zustand des Gebäudes und hofft auf breite Unterstützung. Deshalb bittet er zusammen mit Dekan Georg Schmitt um Spenden aus allen Gemeinden des Dekanats Acher-Renchtal, „damit sich in Allerheiligen Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden und so die gemeinsamen kulturellen Wurzeln sichtbar werden.“
Inzwischen hat Pfarrer Klaus Kimmig von der Erzbischof-Bernhard-Stiftung der Erzdiözese Freiburg eine schöne Überraschung erhalten: Sie hat einen Förderantrag positiv beschieden und stellt 50.000 Euro zur Verfügung. Nun können auch die Kostensteigerungen durch ungeplante Arbeiten wie der Sanierung des kompletten Daches anstatt nur der Nordseite oder die Zuführung einer neuen Stromleitung, die den heutigen Standards entspricht, gedeckt werden ohne an anderer Stelle allzu große Abstriche machen zu müssen.
Film: Altar schnitzen mit der Kettensäge:


