St. Antonius, Bad Griesbach

 

Pfarrei

Der Bad Peterstaler Ortsteil Bad Griesbach liegt im schmalen Kerbtal der oberen Rench bei der Einmündung des Griesbächle. Der Name Griesbach reicht noch ins Mittelalter zurück (1593).

Am sonnigen Nordhang des Breitenbergs, wenige hundert Meter unterhalb des Zusammenflusses von Rench und Wilder Rench, steht in der schmalen Talsohle zwischen Schul- und Pfarrhaus das über hundertjährige Gotteshaus. Am 29.10.1905 erfolgte der Feierliche Einzug der Filialgemeinde in das neue Gotteshaus.

Wie in Bad Peterstal haben die Heilquellen in Bad Griesbach eine lange Tradition. 1905 wurde Bad Griesbach als eigen Pfarrei von Bad Peterstal abgetrennt; heute leben 650 Katholiken im kleinsten der drei Orte unserer Seelsorgeeinheit.

Patrozinium: 13. Juni

 

Pfarrkirche

Das helle weiß verputzte Gebäude besitzt in den Langhauswänden und in der Chorapsis hohe spitzgotische Fenster. Es wird von einem steilen zeltartigen Satteldach bedeckt. Langhaus- und Chorwände werden durch Strebepfeiler gestützt. Sie sind wie die Eckkanten von Turm und Langhaus aus rotem Nordschwarzwälder Buntsandstein gehauen.

Das Langhaus der Antoniskirche ist ein rechteckiger, neugotischer Sall mit fünf Jochen ohne Seitenschiff. Er ist von Kreuzrippen aus Buntsandstein überwölbt. Auf der Nordseite sind zwei kleine Kapellen aus Buntsandstein angebaut: im Osten die Beichtkapelle und im Westen die Taufkapelle. Heute steht der Taufstein jedoch vorne in der Beichtkapelle. Im Osten liegt nach altchristlicher Tradition der Chorraum. Er ist schmäler als das Langhaus. Sein Grundriss besteht aus fünf Seiten eines regelmäßigen Achtecks.Bei der letzten Renovation erhielt die Kirche einen neugotischen Hochaltar, auf dem die Szenen der Geburt und die der Himmelfahrt Christi beschaffen sind. Die Wände des Chorraumes verzieren drei Statuen. Die der Maria Königin mit Kind, ein hl. Josef und die des großen Schweizer Friedensheiligen Bruder Klaus von Flüe. An der Südwand des Langhauses sind die Figuren des St. Antonius, dem Kirchenpatron, des hl. Wendelin und seit kurzem die Statue von Adolf Kolping angebracht.

Sonn- und Feiertagsgeläut von St. Antonius

 

Kapellen

Antonius-Kapelle, Bad Griesbach

 
Der Kapellenberg war im Jahre 1902 als Bauplatz für die neue Kirche im Gespräch, da er „vermöge seiner freien Lage die besseren Vorteile bot". „Erhebliche Terrainschwierigkeiten und damit zusammenhängend bedeutende Kosten für Stützmauer u. Grabarbeiten" ließen den Plan glücklicherweise scheitern. So blieb die alte Antoniuskapelle der Nachwelt erhalten. Von der abgerissenen Badkapelle wurden die gotischen Maßwerkfüllungen herauf gebracht, die der ganzen Anlage einen romantischen Anblick verschaffen. Das Alter der Kapelle lässt sich nicht mehr bestimmen. Einziger Anhaltspunkt zur Datierung ist das 1678 gemalte Altarbild für das damals bestehende kleine Gotteshaus. Die Stiftungsinschrift hängt wohl mit der Brandkatastrophe vom gleichen Jahr zusammen.
 

 

Erzberger-Kapelle, Bad Griesbach

 
Am 6. Dezember 1921, wenige Monate nach dem Mord an Reichsfinanzminister a. D. Matthias Erzberger, trat ein Ausschuss christlicher Politiker unter Federführung von Prälat Josef Schofer (1866 - 1930) an die Kirchenbehörde mit der Absicht heran, „mit vorhandenen Mitteln an der Stelle, wo Matthias Erzberger gestorben ist, eine Kapelle zu erbauen. Die Kapelle soll ausschließlich den christlichen Zweck der Entsühnung haben." Inflationsbedingt konnte der  Plan erst kurz vor Ausbruch der Herrschaft der Nationalsozialisten verwirklicht werden konnte. Am 20.09.1931 wurde die Einweihung der Erzberger-Gedächtnis- und Sühnekapelle „Regina pacis" durch Domkapitular Dr. Bernhard Jauch, Freiburg vollzogen.