St. Johannes Baptist, Oppenau

 

Pfarrei

Oppenau bildet mit rd. 5.020 Einwohnern, davon 3.990 Katholiken, die größte Pfarrei in der Seelsorgeeinheit Oberes Renchtal. Zum Gemeindegebiet des staatlich anerkannten Luftkurortes gehören die Ortsteile Ibach, Lierbach, Maisach und Ramsbach.

Im Jahr 1070 wurde die Siedlung Oppenau erstmals urkundlich erwähnt. Es ist möglich, dass eine Kapelle schon im elften jahrhundert errichtet wurde. Der heilige Johannes der Täufer als ihr Schutzpatron lässt den Schluss auf eine frühe Entstehung und ihre Funktion als Taufkirche zu. Gebietsmäßig gehörte zur Pfarrei Oppenau anfangs der ganze Talbereich vom Lautenbächle ab der Rench entlang taleinwärts. Doch schon im 14. Jahrhundert wurde das Vordergetös (ab Engstelle Hubacker) von ihr losgetrennt. Für die Seelsorge in der Pfarrei war nahezu 600 Jahre lang, bis zur Säkularisation im Jahr 1803, das Kloster Allerheiligen zuständig. Rund 500 Jahre lang umfasste sie danach das ganze Hintergetös (hinteres Renchtal). 1816 wurde die 1772 geschaffene Kaplanei in St. Peter (Bad Peterstal) eine eigene Pfarrei, von der man 1905 wiederum Bad Griesbach abzweigte.

Mit der Errichtung der Seelsorgeeinheit „Oberes Renchtal“ am 20. Mai 2007, zu der die Pfarreien St. Antonius Bad Griesbach, St. Peter und Paul Bad Peterstal und St. Johannes Baptist Oppenau zusammengeschlossen wurden, wurde einerseits etwas Neues geschaffen. Doch andererseits hat man auch die „Urpfarrei“ des Hintertals mit dem zentralen Gotteshaus in Oppenau wieder hergestellt.

Patrozinium: 24. Juni

 

Pfarrkirche

Die heutige Pfarrkirche wurde von 1826 bis 1827 nach den Plänen des Baumeisters Johann Ludwig Weinbrenner im klassizistischen Stil erbaut. Die Kirche ist nahezu 89 Meter lang und fast 22 Meter breit. Das Innere des Chores misst 16 mal 11,5 Meter. Der markante achteckige Turm, der sich über dem Westportal erhebt, ist 48 Meter hoch. Dem Äußeren der kirch geben die roten Sandsteinquader das Gepräge. 1832 wurde die Kirche mit einer neuen Stieffel-Orgel ausgestattet.

Nach Renovationen in den in den Jahren 1882 und 1934 erfolgte die größte Hauptrenovation 1965-1971, bei der das Kircheninnere ein völlig neues Gesicht bekam. Hochaltar, Kommunionbank und Kanzel verschwanden. Auch der im Nazarener-Stil gemalte Kreuzweg und zwei große Seitengemälde im Chor verschwanden; das Deckengemälde "Das jüngste Gericht" wurde entfernt. Auch die kleinen Emporen über den Sakristeien sowie den Quergang hinter den einstigen Schülerbänken gibt es nicht mehr. Völlig erneuert wurden der Fußboden, die Heizung und die Kirchenbänke. Die Fenster wurden neu verglast, die Decke ist jetzt aus Holz. Die 27 beidseitigen Bankreihen haben Sitzplätze für 800 Personen, weitere Bänke sind auf der Orgelempore.

Obwohl das ganze Kircheninnere ein völlig neues Gesicht bekommen hat, blieb der Charakter des Weinbrennerstils doch erhalten. Besonders gut gelang die Neugestaltung des Chores mit dem neuen Altartisch und dem kunstvoll gearbeiteten Tabernakel. Das Altarbild, ein kostbares frühbarockes Bild aus dem 17./18. Jahrhundert zeigt die "Kreuzabnahme". Es wurde bei den Bauarbeiten entdeckt und von Übermalungen befreit. Ein neues Gesicht erhielten auch die beiden Seitenaltäre: Den Marienaltar links schmückt eine spätbarocke Muttergottes und in der Nische des rechten Seitenaltars steht eine Statue des Kirchenpatrons Johannes der Täufer.

Ein wahres Prunkstück ist die historische Stieffel-Orgel: Sie wurde von den drei Brüdern Stieffell, Hoforgelbauer in Rastatt mit 38 Registern und Spielschrank mit mechanischen Schleifladen 1832 fertiggestellt. Bei der Renovation 1969 erhielt sie einen freistehenden Spieltisch mit elektrischer Registerschaltung, die Disposition wrude auf 43 Register ergänzt und auch ein Glockenspiel mit 6 Bronzeglocken wurde hinzugefügt. In der Orgel erklingen nun 2.665 Pfeifen, deren größte 5 Meter, die kleinste dagegen nur 8 Millimeter misst.

Von Herbst 2012 bis August 2017 wurde die Kirche in zwei Bauabschnitten komplett renoviert. Mehr Informationen erhalten Sie auf der dafür eingerichteten Seite "Kirchenrenovation Oppenau".

Sonn- und Feiertagsgeläut von St. Johannes Baptist

 

Kapellen

Allerheiligen, Oppenau-Lierbach

 

157 Jahre nach Auflösung des Prämonstratenser-Klosters und rund 140 Jahre nach dem Zerfall der Klosterkirche wurde 1960 in Allerheiligen wieder ein Gotteshaus errichtet. Geplant wurde das neue Gotteshaus "Allerheiligen" vom Mainzer Diözesanbaumeister Karl Dieke. Harmonisch fügt sich die kleine Kirche in die Landschaft ein. Der heimische Sandstein fand als Baustoff wie einst in der Gotik Verwendung. Die Kirche ist rund 22,5 Meter lang und 9,5 Meter breit und bietet etwa 150 Personen Platz. Das Altarbild "Allerheiligen" zeigt in der Mitte Maria, die Königin aller Heiligen und zehn Heilige. Das Relief über dem linken Seitenaltar zeigt eine Schutzmantelmadonna mit dem Jesuskind; unter ihrem Mantel finden fünf Kinder, welche die fünf Erdteile symbolisieren, Schutz. Im Relief über dem rechten Seitenaltar ist Norbert von Xanten, der Gründer des Prämonstratenserordens, im Kreise seiner ersten Mönche dargestellt.

Friedhofskapelle, Oppenau

Die Friedhofskapelle in Oppenau ist ein echtes Kleinod. Im 15. Jahrhundert im spätgotischen Baustil erbaut, war sie lange Zeit als Kirche "St. Johannes auf dem Hügel" die Tal- und Pfarrkirche von Oppenau und des gesamten hinteren Renchtals. Diese Pfarrkirche Johann auf dem Hügel war eine Hallenkirche mit drei Altären, die jedoch von Anfang an für die große Gemeinde zu klein war. 1791 musste sie wegen Einsturzgefahr geschlossen werden; 1803 wurde das Langhaus abgebrochen. Nur der Chor blieb noch bestehen für die Seelenmessen nach Beerdigungen. Es ist das einzige Bauwerk in der Pfarrei Oppenau, das aus der Zeit des Prämonstratenserklosters "Allerheiligen" erhalten geblieben ist.

Die heutige Friedhofskapelle ist 9,5 Meter lang und 6,15 Meter breit und hat einen Turm von etwa 12 Metern Höhe. Beim Betreten des Kirchleins fällt der Blick zunächst auf den Altar mit der holzgeschnitzten Statue der Schmerzhaften Gottesmutter (Pieta). Links vom Altar ist die Geburt Christi, rechts die Auferstehung in Ölfarbe aufgemalt. In großen nischenartigen Vertiefungen der Längswände sind zwei Tafeln angebracht, die mit den 14 Nothelfern bemalt sind. Die sog. "Schlussteine" des Deckengewölbes geben Auskunft über die damaligen herrschaftlichen Verhältnisse im Oppenauer Tal: Das Oppenauer Gerichtswappen, das Wappen des Klosters Allerheiligen als Patronatsherrscher, die Schwurhand symbolisiert den Landesherren Bischof von Straßburg und ein Zähringerschild erinnert an die früheren Inhaber der Gaugrafschaft Ortenau. An einer Seitenwand der Friedhofskapelle ist ein 5 Meter aufragendes Holzkreuz zu sehen, das im Jahr 1761 errichtet wurde.

 

Herz-Jesu-Kapelle, Oppenau

Die Herz-Jesu-Kapelle ist der geistliche Mittelpunkt des 1974 errichteten Pflegeheim "Vincentiushaus". Besucht wird sie von den Heimbewohnern, den Ordensschwestern und Mitarbeitern sowie von Menschen, die von draußen kommen und nicht in einer heilen Welt leben. Architekt war Franz Fuchs, Ottenhöfen. Die kleine Kirche ist ein ansprechendes Zeichen moderner sakraler Baukunst, in der sich die Rohstoffe Stein, Holz und Glas mit Beton zu einer harmonischen Einheit verbunden haben. Das alttestamentliche Bild vom quellenden - rettenden - Wasser in der Wüste hat in der Ausgestaltung der Kapelle seine zeichenhafte Entsprechung gefunden. Die Verheißung der Freude, der Neuschöpfung und der Vollendung finden sich in der ganzen Kapelle als Symbole: Das bronzene Portal empfängt einen mit dem Jesaja-Wort "Denn aus der Wüste brechen Wasser hervor und Ströme in der Steppe ...". Eine steinerne Kaskade, aus der Wasser quillt, befindet sich neben dem Eingang innen wie auch außen. Ein Kunstwerk ist auch das von Emil Wachter gestaltete Fenster, eine die ganze nordwestliche Seite einnehmende Betonverglasung. Dem Entwurf liegen verschiedene Jesaja-Stellen zugrunde. Der Baum der Tabernakel-Stele trägt das Leben im Tabernakel als lebendiges Brot und im Bildwerk der Kreuzgabel mit einer edlen, friedvollen Christusdarstellung. Die Seitenwunde des Gekreuzigten ist auf der Tabernakeltür dargestellt durch einen Bergkristall, von dem ein Strudel des Lichts ausgeht. Aus dem Stamm des Baumes sprossen golden die Zeichen der blühenden Wüste, Ranken und Blätter aus Bronze.

 

Marien-Kapelle, Oppenau-Ibach

Die Marien-Kapelle in Ibach wurde 1949 eingeweiht. Sie nimmt unter den sakralen Bauten in der Gesamtstadt Oppenau eine Sonderstellung ein. Sie wurde weder von einer Kirchengemeinde noch von Privatpersonen errichtet, sondern sie verdankt ihre Entstehung der Bevölkerung der bis 1974 selbständigen politischen Gemeinde Ibach. Sie sollte sichtbares Zeichen des Dankes für die Errettung der Gemeinde aus Kriegsgefahr sein, als Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege dienen und an die Vermissten der beiden Kriege erinnern. Aus Spenden und Eigenleistungen wurde sie errichtet. Die Ibacher Kapelle, deren Grundriss etwa 7 Meter mal 4 Meter misst, steht auf einem kleinen Felssporn über dem Ortszentrum. Man hat vom Vorplatz einen herrlichen Ausblick auf die Ibacher Moos sowie ins Tal auf- und abwärts. Das Satteldach wird überragt von einem kleinen Turm mit einer Glocke. Beim Betreten der Kapelle fällt der Blick zunächst auf den aus Granitsteinen gemauerten Altar und auf das Altarbild, eine Pieta. Die Schmerzhafte Mutter Gottes ist die Patronin des Kirchleins. Das Altarbild zeigt Maria, die ihren vom Kreuz abgenommenen Sohn auf dem Schoß hält. Gemalt hat es 1949 der damalige Ibacher Lehrer und Künstler Toni Bach. Er hat die Szene in der heimischen Renchtäler Schwarzwald-landschaft angesiedelt. Die Kapelle hat als zweiten Patron den hl. Antonius von Padua, Franziskaner und Kirchenlehrer. Nicht zuletzt wegen seiner großen Liebe zu den Armen ist er bis heute einer der beliebtesten Volksheiligen der Kirche. Er wird in einer holzgeschnitzen Statue neben dem Altar dargestellt; auf der anderen Seite sieht man den hl. Sebastian.

Rinken-Kapelle, Oppenau-Lierbach

Die Rinken-Kapelle steht beim Rinken-Hof; am Wanderweg von der Kleinebene nach Allerheiligen. Die in den Türsturz eingemeißelte Zahl 1710 weist auf das Entstehungsjahr hin. Als Erbauer darf die Familie des damaligen Bauern Adam Higer und seiner Frau A.M.Bruder angenommen werden. Der Rinken war bis 1803 ein Erblehenhof des Klosters Allerheiligen. Die Mauern sind massiv und weisen auf den beiden Seiten je ein kleines rundes vergittertes Fenster auf. Über dem Ziegeldach erhebt sich ein später hinzu gekommener Glockenturm. Die Rinken-Kapelle ist der Mutter Gottes geweiht; deshalb steht auch eine Marienfigur mit dem Jesuskind auf dem Altar.

 

St. Josefs-Kapelle, Oppenau-Ramsbach

Erbauer der Sankt-Josefs-Kapelle im Ramsbacher Ortsteil "Kalikutt" sind der ehemalige Wirt des Höhengasthauses "Hotel Kalikutt" Ludwig Schmiederer und seine Ehefrau Paula. Am Josefstag (19. März) 1990 wurde der Grundstein gelegt und ein halbes Jahr später erfolgte die Weihe. Errichtet wurde die Kapelle von Ludwig Schmiederer zu Ehren der Eltern und Großeltern sowie als Gedenkstätte für die 17 Gefallenen der beiden Weltkriege, die von der Kalikutt stammten. Das Kirchlein ist 6,4 Meter lang und 4,4 Meter breit, hat ein Walmdach mit einem Dachreiter. Der Altar belegt in den Ornamenten die Kunst des Steinhauers. Zu sehen sind die Symbole der Evangelisten, fünf Brote und zwei Fische als Zeichen für die Speisung der Fünftausend, sowie die fünf klugen und die fünf törichten Jungfrauen. Die Kapelle steht inmitten einer kleinen Anlage mit Sitzbänken und einr Gedenkstätte mit den Namen der Gefallenen. Wie so vieles in und um die Kapelle wurde auch dieses Denkmal gestiftet.