Kirchengemeinde St. Cyriak: "Guten Grundstein gelegt"

25.09.2024 |

32 Gemeinden sollen zur künftigen großen Pfarrgemeinde St. Cyriak gehören. In Sasbach, in der neuen Aula der Heimschule Lender, wird die Gründungsvereinbarung beschlossen.

(Von Roland Spether in der Acher-Rench-Zeitung). Die Gründungsvereinbarung für die neue Kirchengemeinde Acher-Renchtal wurde einstimmig beschlossen. Die Vollversammlung der Pfarrgemeinde- und Stiftungsräte sendete von der neuen Aula der Heimschule Lender in Sasbach ein eindeutiges Signal in die 32 Gemeinden, die Schritt für Schritt und voller Hoffnung der neuen Pfarrei ab dem 1. Januar 2026 entgegengehen.
 
Weiterer Markstein
„Ich habe von vielen Leuten einen positiven Wunderfitz wahrgenommen, worin denn die Perlen und Schätze der anderen Pfarreien bestehen“, meinte Achim Huber (Oberkirch), als er in einer Talkrunde nach seinen Erfahrungen gefragt wurde. Nun wurde ein weiterer Markstein für die größte und einschneidendste Neustrukturierung der bislang 1057 Pfarreien in der Erzdiözese Freiburg zu 36 Kirchengemeinden gesetzt, die in eine entscheidende Phase geht und für die Verantwortlichen einiges an Detailarbeit bereithält. „Ich sehe viel Aufbruch und viel guter Wille“, meinte Pfarrer Scherer. „Mir hat bisher Mut gemacht, dass sich fremde Menschen treffen und gemeinsam etwas schaffen, damit etwas Gutes entsteht“, so die Vorsitzende des Dekanatsrates Ursula Knoll-Schneider (Lauf). Sie bemerkte aber auch, dass es trotz des bisherigen guten Weges auch „ganz viele“ Menschen geben würde, die sich nicht auf diesem Weg befinden. „Wie können wir diese Menschen so mitnehmen, dass sie alles verstehen und die Dinge für sie überschaubar bleiben“, stellte Knoll-Schneider als Frage in die Vollversammlung hinein.
Dies bekräftigte auch Simon Sucher vom Jugendpastoralen Team Ortenau, der gerade die persönlichen Kontakte und Gespräche über die Pfarreien hinweg für sehr wichtig hält. Denn der reine Entwicklungsprozess mit den vielen Beratungen und Sitzungen sei „eigentlich sehr trocken“, umso wichtiger seien die Begegnungen mit Menschen, so Sucher. Die Stiftungsrätin Gabriele Sichler-Karle (Fautenbach) sprach einen wichtigen Punkt an, der bei aller Diskussion und der Kritik an Kirche oft untergeht: „Es gibt nicht viele Gesellschaftsschichten, in denen sich so viele Menschen auf den Weg machen, um eine gemeinsame Entscheidung herbeizuführen.“
 
Konstruktiver Verlauf
Es war die zweite Vollversammlung von über 100 Pfarrgemeinde- und Stiftungsräten, deren offener, konstruktiver und zukunftweisender Verlauf von den Prozessbegleitern Cornelia Dilger und Tobias Strigel moderiert wurde.
Dabei war es ein sehr schönes Zeichen, als die Verantwortlichen mit bunten Gießkannen ein kleines Bäumchen bewässerten, das nun zu einem stattlichen Baum mit vielen Ästen und Früchten heranwachsen soll. Von dieser Grundstimmung waren der von Thomas Roßner beschriebene bisherige Prozess und die Versammlung geprägt, wiewohl allen klar ist, „dass noch ein gehöriger Batzen Arbeit vor uns liegt“, so Scherer. Ganz konkret werde es darum gehen, die Verwaltung zu organisieren, denn die Kirchengemeinden erhielten einen Pfarreiökonomen mit entsprechendem Fachpersonal, um die wirtschaftlichen und finanziellen Dinge zu verwalten. Auch müsste geklärt werden, wie die Arbeit der Pfarrbüros personell und technisch organisiert werden kann, wie die Öffentlichkeitsarbeit abläuft und über welche Medien Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen laufen. Die Schließung von Kirchen sei derzeit „überhaupt kein Thema“. Für viele Pfarrhäuser wurde bislang schon eine sinnvolle Nutzung gefunden, so Scherer. Derzeit werde an einem ersten Entwurf für die Terminierung der Gottesdienste gearbeitet, denn bei nur noch wenigen Pfarrern sei klar, dass etwa bei Feiertagen nicht überall eine Eucharistiefeier sein könne. „Wir haben einen guten Grundstein gelegt, auf dem wir weiter arbeiten können“, so Pfarrer Dickerhof. „Ich habe einen guten Geist des Miteinanders erlebt, das macht Hoffnung.“
 
Info St. Cyriak
Die neue römisch-katholische Kirchengemeinde Acher-Renchtal werden die Pfarrer Ralf Dickerhof (Oberkirch) und Pfarrer Christof Scherer (Achern) „in solidium“ – „gemeinsam“ leiten. Sie wird aus den Pfarreien der Seelsorgeeinheiten Achern, Achertal, Lauf-Sasbachtal, Oberes Renchtal, Oberkirch und Renchen sowie den Pfarreien Appenweier, Urloffen und Nesselried bestehen und etwa 55.000 Katholiken umfassen. Am 19. Oktober 2025 dürfen die Katholiken einen Pfarreirat wählen. Es werden auch Gemeindeteams in den Pfarreien gebildet, ebenso Kompetenzteams etwa für Erstkommunion und Firmung sowie Kirchortteams für besondere Aufgaben, die nicht an einer bestimmte Kirche verortet sein müssen. Die Kirche St. Cyriak in Oberkirch wird die Pfarrkirche, der rechtliche Sitz mit dem zentralen Pfarrbüro ist in Achern. Es sollen auch weitere Büros eingerichtet werden.
 
Dass der „Baum“ der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal kräftig wächst und viele Früchte bringt, wurde er von den Pfarrern und Vorsitzenden der Vollversammlung als symbolisches Zeichen mit viele Liebe bewässert, von links Gabriele Sichler Karle, Andrea Keller, Pfarrer Christof Scherer, Pfarrer Ralf Dickerhof, Regine Schwall-Geier und Achim Huber.  © Roland Spether

Quelle: Roland Spether, Acher-Rench-Zeitung