Frauengemeinschaft St. Elisabeth Bad Peterstal löst sich auf
04.12.2024 |
Rein formal betrachtet handelte es sich um einen einfachen Abstimmungsvorgang mit eindeutigem Ergebnis, emotional jedoch war es ein bewegendes Ereignis für alle Beteiligten. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung haben die Mitglieder der Frauengemeinschaft St. Elisabeth Bad Peterstal die Auflösung ihres Vereins beschlossen.
(von Jutta Schmiederer, Acher-Rench-Zeitung). Rund 30 Frauen konnte die sichtlich bewegte Vorsitzende Gisela Wiegert im Pfarrsaal St. Bernhard in Bad Peterstal begrüßen. Sie waren gekommen, um mit ihrem Votum zu zeigen, dass sie keine andere Möglichkeit als den Schritt zur Auflösung sehen und in einer letzten gemütlichen Feier vom Verein Abschied zu nehmen. Trotz mehrfacher Aufrufe das ganze Jahr über in verschiedenen Medien hatten sich keine Kandidatinnen für die Ämter in der Vorstandschaft mehr gefunden. Als Unterstützung für die bisherige Vorstandschaft leitete Hildegard Roth, die geistliche Leiterin der KfD im Dekanat Acher-Renchtal die Abstimmung. „Es lösen sich immer mehr Frauengemeinschaften auf“ berichtete Roth und machte damit deutlich, dass Bad Peterstal kein Einzelfall ist. „Auch auf Dekanatsebene haben wir keinen Vorstand mehr“ musste sie eingestehen. Gisela Wiegert erklärte, die bisherige Vorstandschaft sehe sich nicht mehr in der Lage, die Verantwortung allein zu schultern. Es gebe zwar immer „viele helfende Hände“, dennoch beklagte sie fehlenden Rückhalt bei den Mitgliedern. Nach einjähriger Vakanz, in welcher die bisherige Vorstandschaft kommissarisch weitergemacht hatte, gab es keine Nachfolgerinnen, nicht einmal ein Team. Die Abstimmung unter Leitung von Hildegard Roth erbrachte ein eindeutiges Ergebnis. Alle anwesenden Frauen stimmten für die Auflösung der Frauengemeinschaft, die einzelne Gegenstimme von Präses Pfarrer Bruno Herrmann konnte nichts daran ändern. „Somit ist die Auflösung der KfD St. Elisabeth zum 31.Dezember 2024 beschlossen“, setzte Hildegard Roth den Schlussstrich. Schriftführerin Edeltraud Doll blickte emotional tief berührt noch einmal zurück auf die Geschichte der Frauengemeinschaft, die im Juli 1971 gegründet worden war. Sie sei immer ein „Ort des Wohlfühlens“ gewesen, es sei eine „gute Gemeinschaft in religiösen und weltlichen Belangen gelebt“ worden. „Frauen über 65 Jahren waren und sind das Rückgrat der Frauengemeinschaft“ dankte sie den Aktiven, beklagte aber damit gleichzeitig den mangelnden Nachwuchs. „Vielleicht gehen andere Pflänzchen auf, die man gießen kann“, hoffte sie für die Zukunft. Doll betonte „bleiben wird Dankbarkeit“, die sie in einem Präsent der Gemeinschaft an Gisela Wiegert ausdrückte. Passend zur Hoffnung auf eine Zukunft „im guten Geist“ erklang bei der abschließenden Adventsfeier das Lied „Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit“. Auch wenn der Abend vom Abschiednehmen und Schwermut geprägt war, genossen die anwesenden Frauen das adventliche Beisammensein an liebevoll geschmückten Tischen.
Unterstützt von Hildegard Roth (Mitte) vom Dekanat leitete die bisherige Vorstandschaft sichtlich bewegt die außerordentliche Mitgliederversammlung zur Auflösung der Frauengemeinschaft St. Elisabeth. Von links: Edeltraud Doll, Gisela Wiegert, Hildegard Roth, Präses Pfarrer Bruno Herrmann, Ursula Streck.

