"Die Qual der Wahl" bei der Pfarrfasent
25.02.2025 |
Wie unterhaltsam und fröhlich „Die Qual der Wahl“ sein kann, zeigte die Pfarrfasent im Josefshaus, die unter genau diesem Motto stand.
(von Jutta Schmiederer, Acher-Rench-Zeitung). Schon mit der Auswahl des „politisch korrekten“ Kostüms mit „katholischer Länge“ quälte sich Moderatorin Verena Müller-Kunkel, die als Telefon mit Wählscheibe verkleidet mit „Zahlen, Daten, Fake – äh, Fakten - und Analysen“ mit Sinn und Unsinn zum Thema Wahl durchs Programm führte. In ihrer Begrüßung ordnete sie die Gäste interessanten Fraktionen zu und versprach für den Abend „AFE – alles für Euch“.
Nach der ersten von zahlreichen Schunkelrunden mit „MDL“ (Musik Duo Lächle) luden die Ministranten aus Oppenau zur Spielshow in vier Runden ein. Nach der „Reise nach Jerusalem“, zu der sich dank flüssiger Teilnehmerbelohnung genügend Freiwillige fanden mussten die beiden anwesenden Pfarrer des Orts diverse Getränke wie Kräuterdressing oder Sauerkrautsaft erraten. Sportlich wurde es für ausgewählte „Freiwillige“ bei der Aufgabe, mittels Hüftschwung einen Ball in den Becher vor dem Bauch zu werfen. Im anschließenden Sketch der Forum Älterwerden versuchte Waltraud Huber, ihre alte Schreibmaschine reparieren zu lassen, bei der „das f hängt“, musste aber ihr „junges“ Gegenüber erst einmal über den Zweck des Gerätes aufklären. Zum Austausch gegen einen Computer ließ sich sich aber nicht überreden. Sie sah keine Notwendigkeit „im Internet Männer kennenlernen“, denn „I hock als im Cafe am Eck“ und statt „heißer Filme ogucke“ im Rechner gestand sie „dafür lueg i num zum Nochbar“.
Den Bürgerempfang der Stadt Oppenau arbeitete Verena Müller-Kunkel auf. Für Bürgermeister Uwe Gaiser hatte sie ein „Original Oppenauer Sonnenbrille“ mit allen Wappen sowie den Orden „Lach emol widder über dich selber“ parat, Pfarrer Achim Brodback erhielt Gurte zur Sicherung, damit er nicht aus dem Bett falle. Eine flotte Sohle legte die KLJB („unsere Partei für Klima, Landwirtschaft, Jagd und Brennholz“) auf die Bühnenbretter. In verschieden farbigen aufgeblasenen Ganzkörperkostümen brachten sie zu unterschiedlichster Musik Bewegung in die „viel heiße Luft im Spiel“ rund um die Wahl.
Eine „Entscheidungshilfe für Unentschlossene“ am Vorabend der Bundestagswahl versuchte das Gemeindeteam Oppenau zu geben. Aus dem „Wahlomat als Drive-In-Version“, kamen interessante Fragen, die vorgeschlagenen Parteien mit ihren örtlichen Spitzenkandidaten machten Lust aufs Wählen, statt „Qual der Wahl“. So fand die Partei „FSZ: Frohsinn statt Zölibat“ ebenso einen begeisterten Wähler, wie die „KFD: Kirche, Fasent und Demokratie“. Nach der Pause warf „Nachtwächter“ Martin Huber einen kritischen Blick auf alles rund um die Wahlen und Wahlplakate: „da kann man 95 Thesen verteilt an den Laternen lesen“. Auch die Spitzenkandidaten wurden gründlich durch den Kakao gezogen.
Eine ganz andere Art Wahl veranstaltete die Frauengemeinschaft, welche für die Spitze der neuen Großpfarrei eine weibliche Führungskraft suchte, denn „jetzt müssen endlich mal die Frauen an die Macht“. Drei weibliche Bischöfinnen stellten, beflügelt von Himbeergeist („auf dass der Geist mit uns ist“) den Bewerberinnen Fragen, die stets musikalisch beantwortet wurden. So wurde als Begrüßung der Kirchenbesucher „Hello Again“ vorgeschlagen, zum Transport der Gläubigen von Achern nach Griesbach fuhr „ein Zug nach Nirgendwo“, und in Bezug auf das Ehrenamt hieß es nur „Warum hast du nicht nein gesagt“. Die Bewerberinnen waren sich ihrer Qualifikation für das Amt sicher, denn sie hatten „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“.
Wie aus dem geplanten Anbau eigener Kresse ein ausuferndes Großunternehmen Gartenbau und Landwirtschaft mit tonnenweise Elefantendung und eigenem Kraftwerk wurde („wie ich an die Kasse komm, brauch ich en Kleinkredit“) besangen Meinrad Bächle und Bernadette Gießler-Bächle. Märchenhaft stellte die Maisiger Feuerwehr die Geschichte „Schneewittchen und die sieben Löschzwerge“ dar. Die Mahnung „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ beherzigte die Titelheldin natürlich nicht, nach der Rettung durch ihren Prinzen wehrte sie ihn dafür mit „Mach mir nur kein Knutschfleck“ ab, ehe sich Schneewittchen durch das Versprechen „Ich bau dir ein Schloss“ zum Happy End überreden ließ.
Um kostengünstig etwas für betriebliche Gesundheitsförderung zu tun, beschloss das von Rückenschmerzen geplagte Pfarrhausteam in seinem Beitrag, an der Morgengymnastik im Fernsehen teilzunehmen. Was sie dabei nicht bemerkten war, dass diese Sendung durch die Anleitung „Wie brate ich ein Hähnchen“ ersetzt wurde. So wurden die Teilnehmer zur großen Freude des „ausrastenden“ Publikums gesalzen, gepfeffert, mit „Petersilie unter den Flügeln“ und „gelbe Rübe in den Schnabel“ garniert. Erst bei der Anweisung „mit kochendem Wasser übergießen und in den Backofen schieben“ wurde den Beteiligten ihr Irrtum klar. Mit diesem Highlight, einer „gepfefferten Nummer“, erreichte die Stimmung im Josefshaus ihren Siedepunkt und das „Duo Lächle“ übernahm mit Stimmungsmusik die Unterhaltung.
Zitate
„BSW: Bibel – Seelsorge – Wunder. CDU: Christine drückt Uwe (Gaiser). SPD: Singende Personen daneben. LINKEE: leider immer noch kei erwähnenswertges Emtle“ (Verena Müller-Kunkel begrüßt die Besucher mit neu interpretierten Parteinamen)
„Soll zukünftig der Weihrauch mit Cannabis gestreckt werden? - Dann würde der Begriff Opfertüte eine ganz neue Bedeutung bekommen“ (Frage aus dem Wahlomat des Gemeindeteams und Kommentar dazu)
„Wenn die Politik so mehrstimmig wäre, wie ein Chor, dann würden sie sich wenigstens gegenseitig zuhören“ (Gemeindeteam über Politik)
„Doch ist für einen Kandidaten der beste Platz auf Wahlplakaten. Dort ist er tragbar und auch stumm, belästigt niemand, hängt nur rum, und isch am End von der Laterne auch spurlos wieder zu entferne“ (Martin Huber über Wahlplakate)
„Sind in der Fastenzeit eure Gedanken immer nur bei Gott?“ Antwortlied: „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger“ (Frauengemeinschaft mit Bewerberinnen für Leitung der neuen Pfarrei)
„Ich hab mir kauft e Katz, Rasenmäherroboter, des war ihr letzter Satz“ (Meinrad Bächle und Bernadette Gießler-Bächle)
„Verzehle mir nix mehr von Gesundheitsförderung. Mache des wie ich: geh'n in de Wald un im Sommer gehner heue, do henner gnug Bewegung“ (Pfarrer Klaus Kimmig, der statt Morgengymnastik wie ein Hühnchen zum Braten vorbereitet wurde)





