Auferstehung wirkt bis heute

22.04.2025 |

Starke Gefühlsgegensätze prägten die Ostertage in Bad Peterstal-Griesbach. Denn aus Traurigkeit wird große Freude, wie nicht nur die aufbrausende Orgel und Glockenklänge symbolisieren.

(von Jutta Schmiederer, Acher-Rench-Zeitung). Krasse Gefühlsgegensätze von tiefster Verzweiflung, Angst, Schmerz und grausamem Tod bis zur unbändigen Freude der glanzvollen Auferstehung, das war auch in diesem Jahr das Kennzeichen der Ostertage. In Bad Peterstal machten die unterschiedlichsten Gottesdienste die Charakteristika dieser Tage erlebbar. Am Morgen des Karfreitag feierten Marion Schindler und ihre Töchter Anni und Marilen mit Kindern und Erwachsenen eine Familienwortgottesfeier. In kindgerechter Sprache machte Schindler den Kleinen klar, „heute braucht Jesus einen Freund“. Dornen zum Anfassen und die Passionsgeschichte, die mit Symbolen vor den Altar gelegt wurde, machten das Ostergeschehen greifbar.
Berührend war die Leidensgeschichte, die vom Kirchenchor Oppenau in der Karfreitagsliturgie komplett gesungen wurde. Der Kirchenchor aus Bad Peterstal ergänzte die Feier mit einigen Liedern. Pfarrer Klaus Kimmig deutete die ausgebreiteten Arme Jesu am Kreuz als „Einladung, zu ihm zu kommen“. Das Kreuz, das er zur Veranschaulichung in Händen hielt, war mit Reben umwunden, „aus dem Holz wächst neues Leben“ war seine hoffnungsvolle Erklärung. Den Höhepunkt des Osterfestes stellte die Auferstehungsfeier der Osternacht dar. Am Feuer vor der Kirche entzündete Diakon Meinrad Bächle die große Osterkerze, bevor er mit Pfarrer Klaus Kimmig, Ministranten und Erstkommunionkindern in die dunkle Kirche einzog. Das Austeilen des Kerzenlichts, mehrere Lesungen und schließlich das Aufbrausen der Orgel mit Glockenklängen zum Halleluja symbolisierten die Auferstehung Jesu.
Gemeindereferentin Susanne Schwarz stellte die Frauen in den Mittelpunkt ihrer Ansprache, die sich „in großer Traurigkeit“ zum Grab aufmachen, es leer vorfinden und erfahren, dass Jesus lebt: „da wird es Ostern für die Frauen, unerwartet, unverhofft“, so Schwarz. Ihr Bericht sei bei den Jüngern auf „Glaube und auf Zweifel“ gestoßen, eine ernüchternde Erfahrung. Susanne Schwarz regte an zum Nachdenken über die Frage „wie geht es mir, wie geht es uns mit dem Auferstehungsglaube?“ Mit Thomas Strauß an der Orgel und dem Kirchenchor Bad Peterstal wurde die Osternachtfeier festlich umrahmt. Am Ostersonntag gestaltete der Kirchenchor Bad Peterstal den Festgottesdienst erstmals mit der „Spiritualmesse“ von Michael Schmoll. Pfarrer Bernhard Stern betonte, die Auferstehung Jesu sei kein reines Geschehen der Vergangenheit, sondern wirke, gleich dem Anbrennen einer Zündschnur, bis in die heutige Zeit fort. „Wir haben Christus in unserer Mannschaft, deshalb sind wir in der Siegermannschaft“ gab er den Gottesdienstbesuchern als Botschaft mit.
 
 
Symbole spielten in der Familienwortgottesfeier zum Karfreitag eine große Rolle, in der Marion Schindler gemeinsam mit ihren Töchtern Marilen und Anni (von links) die Passion kindgerecht erklärte.
Diakon Meinrad Bächle entzündete zu Beginn der Osternachtsfeier die große Osterkerze am Osterfeuer, im Gebet begleitet von Pfarrer Klaus Kimmig (links).