"Kraftort" und "Heimat"

01.10.2025 |

Verena Müller kennt die Pfarrkirche St. Peter und Paul in- und auswendig. Sie engagiert sich ehrenamtlich und hofft mit Blick auf die Reform auf eine gute Entwicklung - und dass Neues entsteht.

(Jutta Schmiederer, Acher-Rench-Zeitung). In die Kirche gehen, das ist „wie heimkommen“ für Verena Müller. Sie ist Mitglied der Sprechergruppe des Gemeindeteams und, wie die meisten Ehrenamtlichen der Pfarreien, noch in vielen weiteren Ehrenämtern aktiv. „Ich kenne keinen Ehrenamtlichen, der nur ein Ehrenamt hat“, sagt sie selbst. Als Leiterin des katholischen Kindergartens im Nachbarort Bad Griesbach steht sie auch beruflich im Dienst der Kirche und engagiert sich seit einiger Zeit auch als Kommunionhelferin.
 
„Ich wäre gerne zu den Minis“ blickt Verena Müller zurück, das war damals aber für ein Mädchen noch nicht möglich. Bei der Schönstatt-Mädchenjugend und beim Kirchenchor hatte sie aber ihren Platz, „mit der Kolpingfamilie traf man sich samstags nach der Kirche an der Kirche“, erinnert sich Müller. „Ich finde unsere Kirche wunderschön“, sie ist ein „Kraftort“ und „eigentlich Heimat“, betont die Ehrenamtliche, „man kennt jeden Winkel – und vielleicht trotzdem nicht“ überlegt sie. Ihre Motivation für ihr kirchliches Engagement ist klar, sie möchte „etwas mittun, mitbewegen, am Leben erhalten“. Gerade die gewachsenen Traditionen an den Hochfesten bedeuten ihr viel. „Wenn das wegfallen würde, dann würde etwas fehlen“, ist sie sicher. Gerade an Fronleichnam und am Peter- und Paulsfest sei „ein besonderer Spirit im Ort“. Um die Bedeutung zu unterstreichen zitiert sie Bürgermeister Meinrad Baumann, der sagte „willst du Bad Peterstal verstehen, dann musst du Fronleichnam hier erleben“.
 
Ob als Trompeterin in der Musik- und Milizkapelle oder früher im Kirchenchor hat Verena Müller noch einmal einen anderen, intensiveren Blick auf diese beide Hochfeste, „wenn du aktiv dabei bist, ist es nochmal ein anderes Erleben“. Mit Blick nach vorne zur Errichtung der großen Kirchengemeinde Acher-Renchtal hat Verena Müller die „Hoffnung, dass es so weitergeht, aber auch, dass alte Strukturen aufgebrochen werden, dass etwas Neues entstehen kann“. Für sie ist klar, „es sind die Menschen, nicht die Institution, auf die es ankommt, jeder tickt anders“.
 
Wie in einer Beziehung müsse man auch in einem Gemeindeteam immer am Zusammenhalt arbeiten, „auch kirchliche Gruppierungen sind kein Selbstläufer“, sagt Verena Müller. Dabei sieht sie auch hauptamtliche Begleitung als sehr wichtig an, „du brauchst einen Hauptamtlichen, der einen Blick drauf hat“. Momentan sei Gemeindereferentin Susanne Schwarz „der Motor, der alles in Gang hält“. Verena Müller sieht auch das Risiko der Überforderung Ehrenamtlicher. „Nein sagen zu dürfen ist auch nicht immer einfach“, daher lege sie Wert auf Urlaub, der sie mit ihrer Familie weiter weg führt und dadurch wirklich eine Auszeit wird.
 
Für die künftige Entwicklung vor Ort wünscht sich Verena Müller, dass Menschen die „Chancen zu Aufbruch und Veränderung nutzen“. Jetzt sei die Gelegenheit und die Chance gegeben, man könne „was überdenken, was ausprobieren, was Neues starten“, daher werde sie auch weiterhin im Gemeindeteam mitarbeiten, wie die meisten ihrer Kollegen auch. Für Verena Müller ist klar, „es geht immer weiter“, und bei ihr überwiegt die „Zuversicht, dass es gut weitergehen kann“.
 
In die Kirche gehen, das ist „wie heimkommen“ für Verena Müller. Sie ist Mitglied der Sprechergruppe des Gemeindeteams und, wie die meisten Ehrenamtlichen der Pfarreien, noch in vielen weiteren Ehrenämtern aktiv.