Die "wüste Kapelle zu St. Peter im Tal"

01.10.2025 |

Bleibt die Kirche in Dorf? Blickfang der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bad Peterstal sind die Haupt- und Seitenaltäre, die aus der Klosterkirche in Allerheiligen stammen.

(Jutta Schmiederer, Acher-Rench-Zeitung). Hell und freundlich, das ist der erste Eindruck den der Besucher der 1808 errichteten Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bad Peterstal erhält. Der große Blickfang sind der Haupt- und die beiden Seitenaltäre, die alle 1803 aus der Klosterkirche in Allerheiligen hierher gebracht wurden. 1293 wurde erstmals die „wüste Kapelle zu St. Peter im Tal“ erwähnt, die ursprünglich an der Stelle der heutigen Pfarrkirche stand. Erst im 19.Jahrhundert erhielt die ursprünglich nur Petrus geweihten Kirche das Doppelpatronat Petrus und Paulus. Seit dem 1.Advent 2006 gehört die Pfarrei Bad Peterstal zur Kirchengemeinde Oberes Renchtal.
 
In der Nachbarschaft der Kirche stehen das Pfarrhaus, das von einem Ruhestandspriester bewohnt wird, sowie der Gebäudekomplex mit ehemaligem Schwesternhaus und dem katholischen Kindergarten St. Bernhard, die der Pfarrei gehören und auch den Pfarrsaal beherbergen. Gottesdienste finden samstags um 18.45 Uhr oder sonntags 10 Uhr im Wechsel statt, dazu gibt es donnerstags um 19 Uhr (im Winterhalbjahr 18.30 Uhr) einen Werktagsgottesdienst, der bei Bedarf als Seelenamt gestaltet ist. Nach er Errichtung der neuen Pfarrei werden die Abendgottesdienste voraussichtlich vereinheitlicht und immer um 18.30 Uhr beginnen. Schon die Kindergartenkinder sind bei eigenen Gottesdiensten mit eingebunden. Schülergottesdienste finden jeden Dienstag um 7.45 Uhr statt, im Wechsel als Eucharistiefeier und als Wortgottesdienst. Auch im Pflegeheim wird alle 14 Tage dienstags Eucharistie gefeiert.
 
Für Kinder nach der Erstkommunion gibt es nicht nur die Möglichkeit, in die Schar der Ministranten einzutreten, sie können sich auch als Junglektoren betätigen, eine Gruppierung, die vor einigen Jahren erfolgreich ins Leben gerufen wurde. Außerdem ist die Landjugend aktiv, an Fronleichnam und dem Patrozinium legen sie die Blütenteppiche vor der Kirche und bei der Station am Bahnhof. Einen eigenen Gottesdienst gestaltet auch die Kolpingfamilie Bad Peterstal jedes Jahr, aber auch sonst trifft sich die Gruppe regelmäßig. Es gibt einen eigenen Kirchenchor, die die hohen Kirchenfeste musikalisch umrahmt, das Gemeindeteam ist zuständig für das jährliche Fastenessen „to go“ zugunsten von Schwester Hildegard in Chile, das Pfarrfestessen am Volkstrauertag und den Besuchsdienst.
 
An der Aktion „Adventsfenster“ beteiligt sich das Gemeindeteam mit einem eigenen Termin, außerdem sorgt es für die Bewirtung beim Mitarbeitertreff im benachbarten Oppenau, eine Aktion, die auf Gegenseitigkeit funktioniert und die gute Zusammenarbeit unterstreicht. Bei der Sternsingeraktion wird in Bad Peterstal jede Gruppe immer von einem Erwachsenen begleitet. Weitere aktive Gruppierungen sind das Seniorenwerk mit regelmäßigen Gottesdienst und Ausflügen, das Team Kinderkirche und eine Gruppe von Taufkatechetinnen, die Familien die Bedeutung der Taufe eines Kindes nahebringen. Eine ganz besondere Bedeutung mit großer Tradition kommt in der Pfarrei, aber auch in der Gemeinde Bad Peterstal dem Fronleichnamsfest („Herrgottstag“) und dem Patrozinium zu. An beiden Tagen ist in den Festgottesdiensten die Bürgermiliz Bad Peterstal in der Kirche präsent, einschließlich einer Ehrenwache mit Gewehr links und rechts des Altars und dem „präsentiert das Gewehr“ zur Wandlung. Auch bei den Sakramentsprozessionen an diesen beiden Tagen marschiert die Miliz mit. Nach den Gottesdiensten erfolgt der Aufmarsch mit Salutschüssen als Ehrerbietung vor der Kirche. Eine weitere Besonderheit ist die Gruppe der Madonnenträgerinnen, acht junge Frauen in Peterstaler Tracht, die auf ihren Schultern die geschmückte Statue von Maria bei der Prozession mitführen.
 
Auch die Erstkommunionkinder des jeweiligen Jahrgangs sind an Fronleichnam und dem Patrozinium mit in die Gottesdienstgestaltung eingebunden. Ehrenamtlich tätig sind auch die Fahrer, welche die Senioren mit „Essen auf Rädern“ versorgen. Als Konzertraum fungiert die Pfarrkirche St. Peter und Paul regelmäßig am zweiten Sonntag im Monat, wenn im Rahmen der Reihe „Klangraum Kirche“ Künstler aus nah und fern eine musikalische Stunde gestalten.
 
Hell und freundlich, das ist der erste Eindruck den der Besucher der 1808 errichteten Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bad Peterstal erhält.