"Jetzt einen Wandel herbeiführen"

07.11.2025 |

In der Pfarrei St. Antonius in Bad Griesbach ist Daniel Roth ein engagiertes Mitglied. Er hofft, dass die neue Großpfarrei die Mitgliederzahlen der Kirche wieder ankurbeln kann und diese zukunftsfähig wird.

(Jutta Schmiederer in der Acher-Rench-Zeitung). Sein Herz schlägt für den kleinen Ort Bad Griesbach, das merkt man Daniel Roth sehr deutlich an. Wohnort, Arbeitsplatz und natürlich auch ehrenamtliches Engagement, das alles spielt sich hier an der östlichen Grenze der neuen Pfarrei Acher-Renchtal ab. In der Pfarrei St. Antonius von Padua hat Daniel Roth viele Aufgaben bereitwillig übernommen, er ist Mitglied des Gemeindeteams und kümmert sich um die hausmeisterlichen Tätigkeiten in und um das Pfarrhaus. Auch die Außenanlage um die Pfarrkirche mit ihren Figuren und der Lourdesgrotte ist ihm eine Herzensangelegenheit. Dazu ist Roth Mitglied des Pfarrgemeinderates und des Stiftungsrates Oberes Renchtal. Und warum engagiert er sich so sehr im kirchlichen Bereich? „Weil ich es wichtig finde, dass eine Institution weiter existiert, die anderen Menschen hilft und nicht nur an sich selbst denkt“, denn „was bleibt denn noch, wenn wir uns nicht mehr haben?“ hebt Daniel Roth die Bedeutung kirchlicher Arbeit hervor. Dabei findet er es „beängstigend, wie die Mitgliederzahlen sinken“. Seine Meinung nach ist es wichtig, „jetzt einen Wandel herbeizuführen, um Kirche zukunftsfähig aufzustellen. Die neue Pfarrei ist ein Schritt dazu“. Ängste verbindet er mit der Errichtung der Großpfarrei keine, vielmehr hat er die „Hoffnung, dass uns das neuen Schub gibt, den Abwärtstrend aufzuhalten und wieder zu wachsen“.
 
Entlastung der Priester
 
Eine ganz konkrete Hoffnung hat Daniel Roth im seelsorgerlichen Bereich durch die „Entlastung durch den Geschäftsführer, dass Ressourcen frei werden, damit die Priester wieder tun können, was sie studiert haben, warum sie Priester geworden sind“ und statt Bürokratie wieder mehr Zeit für den Dienst für die Menschen haben. Für ihn persönlich ist ganz klar, dass sein Engagement unvermindert weitergehen wird, „wir können alles aufhören, aber das nicht“ priorisiert er ganz klar das kirchliche Ehrenamt vor anderen Verpflichtungen. Ein Platz in der Kirche, der ihn besonders anzieht, ist die Nische mit Kerzen vor dem Bildnis der Muttergottes von Guadeloupe, „das ist eine richtige kleine Kapelle“ innerhalb der Kirche. Einen besonderen Stellenwert genießt in Bad Griesbach das Patroziniumsfest. Der feierliche Festgottesdienst wird vom Kirchenchor aus dem Nachbarort Bad Peterstal mitgestaltet. Eine kleine Prozession führt die Gemeinde zum Abschluss zum Altar vor dem Kirchengebäude, wo das Gemeindeteam einen Blütenteppich arrangiert hat und wo der sakramentale Segen gespendet wird. Im Anschluss gibt die Musik- und Trachtenkapelle vor dem Gotteshaus ein Platzkonzert, während drinnen etwas Außergewöhnliches passiert. Am Patroziniumstag spendet der Priester nach der Eucharistiefeier jedem, der das möchte, den Einzelsegen. Die Musik- und Trachtenkapelle gestaltet aber auch einen Gottesdienst für ihre verstorbenen Mitglieder, eine Maiandacht an der Antoniuskapelle sowie den Gottesdienst an Heiligabend oder Weihnachten mit. Mindestens einmal jedes Jahr gibt es auch einen speziellen Gottesdienst, den der Kindergarten vorbereitet und bunt gestaltet.
 
Geheimnisvoller Stein
 
Ein Geheimnis, das nach Auskunft von Daniel Roth bislang nicht gelüftet ist, stellt die Herkunft des Gedenksteins dar, der außen an der Sakristei angebracht ist. Die Schrift ist nur teilweise zu entziffern und verweist auf das Jahr 1677, der Stein selbst ist beschädigt. „Das wäre spannend zu erfahren“ würde sich Roth über Anhaltspunkte freuen.
 
Daniel Roth ist in seinem Heimatort Bad Griesbach auch kirchlich vielfältig engagiert. Die Lourdesgrotte hinter der Pfarrkirche ist für ihn ein besonderer Platz.