Närrische Stürme fegen durchs Oppenauer Josefshaus
11.02.2026 |
Einen sehr vergnüglichen Abend erlebten die Besucher der Oppenauer Pfarrfasent am Samstagabend im voll besetzten Josefhaus. Getreu dem Motto „Bloost jetzt ä ond´rer Wind?“ fegten närrische Stürme von der Bühne zum Publikum und zurück.
(Andrea Keller in ARZ). Dass Kirche alles andere als langweilig und verstaubt ist, konnten die vielen Aktiven bei der Pfarrfasent unter Beweis stellen. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik des „Duo Lächle“ führte Verena Müller-Kunkel vom Gemeindeteam als Moderatorin durch den Abend. Gewandet als „Sturm im Wasserglas“ mit Gewitterwolke auf dem Kopf begrüßte sie als Ehrengast Pfarrer Ralf „der mit dem dicken Hof“, der zusammen mit Pfarrer Christof „der Scherer“ die Schafe im Acher- und Renchtal weiden solle. Gemeinsam mit Pfarrer Klaus Kimmig war er schon beim ersten Programmpunkt gefordert: Die Ministranten entführten den Saal ins Filmstudio von „Wer wird Millionär“, wo die beiden Pfarrer gegen ein Frauenteam, bestehend aus Simone Federau und Esther Bruder, antreten und die kuriosesten Fragen beantworten mussten.
Viel Geduld musste Richard Huber vom „Forum Älterwerden“ als KFZ-Mechaniker aufbringen, um seiner „Kundin“ Waltraud Huber neue Autoreifen zu verkaufen. Auf die Frage nach der Reifengröße etwa bekam er die Antwort „Auf den Boden sollten sie schon kommen“ und am Ende entschied sie sich für „eine neue Besohlung beim Schuh-Hodapp“. Knifflig wurde es dann beim Auftritt des Jugendchors, der Texte und Noten vertauschte, sodass beispielsweise der Text von „Let it be“ auf die Melodie von „Que Sera, Sera“ gesungen wurde. Die Zuschauer mussten im Team Männer gegen Team Frauen die Titel erkennen, was für viele Lacher sorgte.
Gespickt mit reichlich Selbstironie stellte die Frauengemeinschaft zwei unterschiedliche Typen von Frauen in der Kirche vor: Die „traditionelle Kirchenfrau“, die voller Demut und Bescheidenheit seit Jahrhunderten folgsam alle möglichen Dienste verrichtet – deren Produktion sei allerdings eingestellt worden. Ganz anders das Nachfolgemodell der „modernen Kirchenfrau“, die selbstbewusst ihre Intelligenz und Weiblichkeit einbringe, sogar an Streik denke und am Ende die Forderung „Frauen an die Macht“ vertrete. Die Zeit zurück auf den Dreikönigstag drehte das Gemeindeteam, das als Sternsinger dem Stern folgte und auf dem Weg durch die große Kirchengemeinde von vielen Kuriositäten berichtete: Vom „Fixstern Uwe Gaiser“ in Oppenau über „Alltags-Sternsinger in Oberkirch“, dem verlorenen Jesuskind in der Krippe von Lauf“ bis zum „untergehenden Stern“ von Meinrad Baumann in Bad Peterstal.
Richtiggehend stürmisch wurde es, als die Maisacher Feuerwehrmänner Einblicke in eine Übungsstunde der Gymnastikfrauen unter Leitung von „Sklaventreiberin Mary (Harter)“ gaben. Getanzt wurde im stylischen 80er-Jahre Turnoutfit, was alleine schon für viele Lacher sorgte.
Beste Unterhaltung ganz anderer Art boten Diakon Meinrad Bächle und seine Ehefrau Bernadette, die mit Gesang und in Versform Einblicke ins Geschehen in Bad Peterstal gaben. So erfuhr man zum Beispiel, dass die Kirchenglocken während der Turmsanierung ein ganzes Wochenende nachts viertelstündlich schlugen, dagegen tagsüber verstummten. Sie entwarfen auch für Pfarrer Klaus Kimmig eine kühne Zukunftsvision, damit dieser im „Rentenmodell Lerchenmüller“ auch noch im hohen Alter mit einem Sessellift von seiner Heimat am Sohlberg über das Knappeneck und die Kleinebene bis zur Kirche in Oppenau käme. Die Aktiven des Kirchenchors machten den Weg zum Ziel und legten den Chat-Verlauf ihrer WhatsApp-Gruppe vor der Pfarrfasent offen. Ein Vorschlag für den Auftritt war etwa, einfach das erst kürzlich einstudierte Lied aus Bach´s Weihnachtsoratorium umzutexten in „Ich steh´ mit einer Grippe hier“. Am Ende sangen alle nach einer Melodie von Udo Jürgens „Mit einer WhatsApps-Gruppe fängt der Wahnsinn an“. Den Abschluss des sehr kurzweiligen Programms machte schließlich das Pfarrhausteam, welches einen Tanzkurs besuchte, um beim Tanzlehrer „Joe Häberle“ gemeinsam einen Line Dance einzustudieren. Dies ging freilich zunächst gründlich schief – sehr zum Vergnügen des Publikums.
Zitate:
- Moderatorin Verena Müller-Kunkel zu einem Versprecher des Pfarrers im Gottesdienst: „Unser Klaus Kimmig ist wie ein geistlicher Tornado, der wünscht uns Gläubigen an Weihnachten schon Frohe Ostern“.
- Frauengemeinschaft: „Ich habe einmal heimlich Gewänder des Pfarrers anprobiert: Das ist nichts für uns Frauen – ich glaube, die machen dick!“
- Gemeindeteam als Sternsinger: „Wir sollten unserem bewährten Stern folgen: Dem, der uns kennt und zusammenhält. Dem einzig wahren Stern – Pfarrer Kimmig.“
- Bernadette Gießler-Bächle über ihren Ehemann Diakon Meinrad zu ChatGPT: „Kreidebleich steht er am Altar, wenn er merkt, dass seine Predigt mein Kochrezept war.“


